Tommy hat ein Zuhause
wer ist Tommy? Ein Bretone, bildhübsch und eigentlich nur lieb. Er wurde mit etwa 3 Jahren über den Zaun eines Spanischen Tierheims geworfen. Eine Argentinierin, die in Spanien lebte, holte ihn dort raus.
Sie kümmerte sich 4 Jahre um diesen Hund. Er lebte dort in einem Haus mit einer Dachterrasse, die dann auch fast seine einzige Auslaufmöglichkeit war. Aber er lebte. Das letzte viertel Jahr holte sich die Frau noch eine Husky.Mix-Hündin, die dann gemeinsam mit Tommy, regelmäßig die Einrichtung zerstörte. Nach dem die Ehe der Argentinierin scheiterte, ging diese zurück in ihre Heimat und ließ die Hunde zurück. Nun sollten die beiden wieder in eines dieser Tierheime, aber die privaten Tierschützer, „Tierfreunde Spanien“ bekamen es mit. Sie sammelten für die beiden, um diese dann in einer Privaten Tierpension unter zu bringen. Der Flug zu einer Pflegestelle in Deutschland war schon gebucht als eine Absage von dieser kam.
Ein Hilferuf der Tierschützer an allen bekannten und auch unbekannten Internetseiten in Norddeutschland ging ins Netz, denn wenn niemand diese Hunde vom Hamburger Flughafen abholt, gehen beide wieder zurück, und das heißt Tötungsstation. Auch ich habe diese Mail erhalten, und alle die ich kannte darüber informiert. Niemand konnte sie aufnehmen. Dagmar, hatte dann den Einfall, Eva zu fragen, ob diese einen der Hunde aufnimmt, denn ich hatte mich entschlossen die Hündin Boli zu nehmen, denn Paco mein Rüde kommt gut mit allen Hunden klar, und eine Hündin passt.
Nach einigen Telefonaten war alles abgemacht, die Hunde bleiben hier und werden von Deutschland aus vermittelt.
Ich setzte mich ins Auto, fuhr von Kiel nach Hamburg um die Spanier dort ab zu holen.
Zu Hause gab es dann eine Überraschung. Boli und Paco konnten sich nicht leiden, doch Tommy fand an Paco Interesse und auch Paco mochte diesen kleinen Kerl. Ein Telefonat mit Eva, und wir waren uns einig, Boli geht nach Eva, und Tommy bleibt bei mir.
Nach Ende des ersten Arbeitstags, Tommy und Paco musste ich alleine lassen, war die Spannung groß, wie kamen die beiden klar, und wie sah die Wohnung aus?
Die Hunde hatten kein Problem, ganz im Gegenteil, denn Tommy begrüßte mich nicht sondern verkroch sich hinter Paco. Der Kühlschrank stand offen und der Käse und die Wurst waren nicht mehr da. Paco, der seit über 7 Jahren nie so etwas getan hat, schied also aus. Wer war es also! Wer war der Schuldige also! Ich hatte die Schuld, denn ich habe Tommy 9 Stunden alleine gelassen und musste damit rechnen, dass so etwas geschehen kann. Also wird der Kühlschrank eben mit einem Draht zugebunden, um dieses Problem zu beseitigen.
Paco, Tommy und ich machten viele Spaziergänge meist 2 Stunden und mehr. Tommy war dann immer sehr müde. Ich hatte Hoffnung, dass nichts mehr kaputt gemacht wird. Und siehe da, Tommy hat nur noch die Mülltüte geleert um sie dann im Flur zu verteilen, auch das war meine Schuld, denn ich hatte vergessen die Tüte mit zu nehmen um sie zu entsorgen. Ich war also in den nächsten Tagen sehr erfreut, denn es war alles in Ordnung, es war nichts Ausgeräumt und es war auch nirgends etwas Markiert, oder gar ein Haufen gemacht.
Ich kann Tommy sogar ableinen, denn er ist so auf mich und Paco fixiert, das er immer da wo wir sind, auch er ist.
Auch auf der Hundewiese, hier treffen sich täglich etwa 10-20 Hundebesitzer mit ihren Tieren, findet Tommy es ganz toll. Immer wenn ich ihn rufe, ist er da, holt sich sein Leckerli ab, und findet es klasse, das so viele Menschen ihn streicheln und auch die anderen Hunde nur toben wollen. Er bellt und läuft hinter den anderen Hunden hinter her. Wenn ich dann nach hause muss, brauche ich den kleinen gar nicht rufen, denn er kommt sofort mit. Das anleinen geht auch ganz toll, denn ich zeige die Leine und einen Leckerli und er kommt sofort, denn eine Leine ist für Tommy nichts schlechtes, denn es geht nach hause, und dort ist es warm und es gibt etwas zu fressen und Streicheleinheiten.
So gerne ich Tommy hier behalten würde, ich kann diesem lieben Kerl nicht das bieten, was er braucht, das ist Aufmerksamkeit, nach Möglichkeit, 24 Stunden am Tag, und diese hat er auch verdient. Ich werde also aufpassen, dass dieser tolle Hund in eine Familie kommt, die zu ihm passt. Er liebt alle Mensche, ob Groß oder Klein, Katzen und auch mit anderen Hunden bestens klarkommt.
Aber es muss schnell gehen, denn sonst gewöhnt er sich so sehr an uns, dass es uns allen schwer fällt, sich zu trennen.
Mehrere Versuche ihn zu vermitteln scheiterten.
Eine Familie mit 2 Kindern nahm Tommy zum Probewohnen auf, doch nach 2 Tagen brachten sie ihn wieder, obwohl alle Mitglieder der Familie ihn lieb hatten. Nur der Vater meinte dass er es nicht wolle, da man sich von einem Hund abhängig macht. So etwas sollte man sich vorher überlegen!
Ein Ehepaar mit einem 2 Jährigen Kind hatte sich für Tommy interessiert, also trafen wir uns zum Gassiegehen, um sich kennen zu lernen. Die Frau war hoch Schwanger und konnte den kleinen Hund kaum halten. Als ich dann erfuhr, dass der Mann Arbeitslos war und sie in einem Stadtteil wohnten, der ein sozialer Brennpunkt in Kiel ist, lehnte ich eine Vermittlung ab.
Noch 3 Versuche, die aus verschiedenen Gründen nicht klappten, war dann eigentlich das richtige Zuhause gefunden.
Eine allein erziehende Mutter mit ihrem 13 jährigen Sohn fand Tommy klasse, genau der richtige Hund. Ein Resthof bei mir in der nähe war ihr Wohnsitz.
Wir trafen uns einige male zum Gassiegehen, wobei wir auch getrennte Wege gingen. Alles toll, also nahmen sie Tommy mit zum Probewohnen.
An diesem Abend hatte ich einen Termin bei einer Bekannten, ich ließ Paco wie früher alleine, Tommy war ja auch nicht da, also passte es gut.
Nach etwa einer Stunde rief meine Nachbarin an. Ich soll schnell nach Hause kommen, denn Paco bellt das ganze Haus zusammen. Das hat er aber nie gemacht, was war los?
Auf meinem Anrufbeantworter bat mich die Frau, bei der Tommy war, um einen dringenden Rückruf.
Gesagt, getan, erfuhr ich, das Tommy am ausrasten ist.
Den Welpen der Nachbarin(Rottweiler, 4 Monate alt), den Tommy schon mehrmals sah und immer ignorierte, hat er gleich mal verprügelt, beim anschließenden Spaziergang, ging er auf einen Goldie los. Also gingen beide wieder mit dem Hund nach Hause. Dort wollte Tommy nicht mal Fressen, obwohl er das sehr gerne tut. Der Junge ging zu ihm um ihn zu streicheln, doch er drehte sich sofort um und schnappte nach der Hand.
Ich nahm Paco, und wir fuhren um Tommy abzuholen.
Der Junge war sehr traurig und sagte mir dass er es nicht versteht, denn Tommy ist doch eigentlich ein ganz lieber Hund.
Ich setzte Tommy zu Paco ins Auto, beide begrüßten sich freudig, Tommy schleckte Paco an den Lefzen.
Obwohl beide Rüden sind und etwa gleich alt sind, haben sie eine Freundschaft entwickelt, die jetzt bis zum Ende gehen soll, denn ich habe entschieden, dass die wir zusammen bleiben.
Beide haben kein Problem damit, dass sie ca. 9-10 Stunden alleine sind, wenn ich Arbeiten muss. Es genügt ihnen, wenn ich dann ca. 2-3 Stunden mit ihnen Unterwegs bin. Wir treffen dann viele Hunde und deren Menschen und haben viel Spaß dabei.
Zuhause, wir dann noch gekuschelt und anschließen ordentlich gefressen, dass ist es was Paco und Tommy wollen.